Hinter den Kulissen – Projektkonstrukteur Franz Huber im Interview!

Am Anfang eines Maschinenbauprojektes steht die konstruktive Planung.

Einplanungszeichnungen und weitere Detailpläne legen die Grundsteine für einen erfolgreichen Auftrag.

Der technische Projektkonstrukteur Franz Huber sorgt seit nunmehr 19 Jahren für die detailgenaue Ausarbeitung der verschiedenen IFE-Vibrationsförderrinnen und Siebmaschinen.

Unter Berücksichtigung zahlreicher Gesichtspunkte wie Kundenanforderungen, Herstellkosten, Montage und Instandhaltungsfreundlichkeit ist er für die termingerechte Lieferung der Pläne verantwortlich.

Welchen Herausforderungen er in seinem Berufsalltag begegnet, verrät der 61-jährige Konstrukteur im Interview:

Franz, du bist mittlerweile seit 19 Jahren bei IFE beschäftigt. Wie kam es dazu, dass du bei IFE begonnen hast?
Als gebürtiger Waidhofner ist mir IFE schon seit meiner Kindheit ein Begriff. Nach der Lehre zum Kraftfahrzeugmechaniker besuchte ich zunächst die Höhere Technische Lehranstalt für Maschinenbau in Waidhofen/Ybbs und sammelte danach in einem Konstruktionsbüro erste Berufserfahrung. Meinen Erfahrungsschatz baute ich darauf in verschiedenen regionalen Industriebetrieben weiter aus, bis ich im Jahr 1997 schließlich zur IFE AG (heute Knorr-Bremse GmbH Division IFE Automatic Door Systems) wechselte, um meine gesammelten Fertigkeiten als Konstruktionsleiter der Sparte „Türflügel“ unter Beweis stellen zu können.
Schließlich wechselte ich im Jahr 2003 in die IFE Aufbereitungstechnik GmbH, wo ich bis heute tätig bin.

Was sind deine konkreten Aufgabenfelder hier bei IFE?
Meine Aufgaben liegen im Bereich von Schwingfördergeräten samt Anbauteilen sowie in der Konstruktion verschiedenster Sonderlösungen. Da die Maschinen auf jeden Anwendungsfall individuell ausgelegt werden, ergibt sich ein abwechslungsreiches Aufgabengebiet.

Welche Eigenschaften und Fähigkeiten muss man für diesen Beruf mitbringen?
Im konstruktiven Bereich ist umfangreiches Wissen über die Berechnung und Fertigung von Maschinen erforderlich. Umfassende Kenntnisse in Anwendungs- und Verfahrenstechnik, Schweiß-, Klebe-, Verformungs-, und elektrischer Sensortechnik sind gefragt. Darüber hinaus gilt es, dieses Wissen auf dem aktuellen Stand zu halten, was die Bereitschaft zu regelmäßigen Schulungen und Weiterbildungen voraussetzt. Außerdem ist viel Liebe zum Detail erforderlich, sowie die nötige Portion Disziplin, all die genannten Aspekte im Blick zu halten.

Was war dein größter Erfolg bei IFE?
Eines meiner anspruchsvollsten Projekte war die Planung eines Dreideck-Langsizers mit Gegenschwingrahmen für einen italienischen Kunden. Es galt eine Lösung für viele offene Fragen in Bezug auf Einschwinghöhe und Schwingverhalten des Gerätes auf einer labilen Betondecke zu finden. Ich konnte das Projekt erfolgreich abwickeln. Der Kunde zeigte sich sehr zufrieden mit den Planungen, die reibungslos in die Realität umgesetzt werden konnten.

An der erfolgreichen Kooperation mit SWARCO warst du maßgeblich beteiligt. Was waren dabei die speziellen Herausforderungen?
Wie im dementsprechenden Artikel beschrieben, kommen bei SWARCO zur Aufbereitung von Altglas im Zehntel-Millimeter-Bereich auch mehrere IFE-Sizer zum Einsatz. Für die Konstruktion und Einplanung der Multidecksiebe war ich verantwortlich. Diese Siebung im Feinstbereich erfolgt durch eine wiederholte Fraktionierung über ganze sechs längsgespannte, übereinanderliegende Siebdecks, deren Neigung nach unten zunimmt. Wie Sie sich vorstellen können, müssen hier viele Details beachtet werden! Die Maschinen mussten staubdicht ausgeführt sein. Auch ein entsprechender Verschleißschutz spielt bei Altglas eine tragende Rolle. All diese Aspekte habe ich erfolgreich umgesetzt. Da der Sizer eine ökonomische Lösung in äußerst kompakter Bauweise ist, gelang es mehrere bestehende Einzeldecksiebe zu ersetzen. Weitreichende Platzeinsparungen sind das Ergebnis.

Gewähre uns bitte auch einen Blick auf dich als Privatperson. Bei welchen Freizeitaktivitäten kannst du so richtig abschalten?
Einen großen Teil meiner Freizeit widme ich einerseits meiner Hobby-Landwirtschaft und andererseits der Musik. Ich spiele leidenschaftlich gerne Gitarre und bin auch Mitglied der örtlichen Chorgruppe. In jungen Jahren habe ich eine klassische Musikausbildung sowie eine technische Stimmbildung genossen. Somit konnte ich die Schwingungs- und Resonanztechnik, mit der ich ja auch beruflich befasst bin, im eigenen Körper erspüren. Sport ist ein weiteres Ventil zur körperlichen Entspannung und zum Ausgleich.

Vielen Dank für deine Zeit und die Einblicke, die du uns gewährt hast! Dir und deiner Familie auch weiterhin alles Gute!

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